Text zum Video 06.03.2009: EU-Zuhörtour in Innsbruck mit Bundesminister Michael Spindelegger
Moderatorin: Ein Minister auf Zuhörtour. Das ist heute über dem Besuch des Außenministers Michael Spindelegger in Tirol gestanden. Zwar hat es auch Treffen mit den Landeshauptleuten von Tirol und Südtirol gegeben, das eigentliche Anliegen Spindeleggers war es aber sozusagen, die Ohren zu spitzen. Welche Fragen haben die Tiroler zur EU und welche Bedenken haben sie rund um ein vereintes Europa? Bürgerstimmen eben, und das heißt der Minister musste eben auch dort hin, wo die Bürger eben sind.
Spindelegger: Grüß Gott, gnädige Frau! Ich bin der Außenminister der Republik.
Offtext: In Niederösterreich und der Steiermark war er schon, heute will Außenminister Michael Spindelegger den Tirolern zuhören.
Abg. Seeber: Seeber, Grüß Gott, Abgeordneter.
Spindelegger: Seeber ist im Europäischen Parlament.
Passantin 1: Jaja, ich kenn die vom Fernsehen aus.
Offtext: Eine Gruppe EU-Kritiker hält den Minister gleich am Eingang fest, es wird eifrig über eine Volksabstimmung zum EU-Vertrag von Lissabon diskutiert.
Passantin2: Wenn man aufs Volk hören würde, müsste man eine machen.
Spindelegger: Naja, dann kann man sagen, bei vielen Fragen sollte man was machen.
Offtext: Darüber hinaus wird der Ministerbesuch mit Neugierde beobachtet, wirklich brennende Fragen scheint aber kaum jemand zu haben. Kennt man ihn denn überhaupt?
Passantin3: Spindelegger, gell?
Reporter: Wissen Sie wer das ist?
Passantin3: Das ist der Herr Außenminister Spindelegger.
Reporter: Was würden Sie ihm gerne sagen, dem Außenminister?
Passantin3: Er soll sich um Südtirol kümmern.
Passant4: Ich kenne ihn, aber er kennt mich nicht.
Reporter: Was würden Sie ihm gerne sagen?
Passant4: Einen schönen guten Tag und viel Erfolg in der Politik, nichts besonderes.
Passantin5: Vom Fernsehen.
Reporter: Wer ist das?
Passantin5: Spindelegger, Außenminister mein ich.
Reporter: Was würden Sie ihn gerne fragen?
Passantin5: Gar nichts.
Passant6: Der ist noch zu jung zum Fragen.
Offtext: Zu jung? Damit sind wohl die drei Monate Amtszeit gemeint, die der Minister erst im Amt ist.
Abg. Seeber: : Aber wenn alles in Ordnung ist, ist es eh in Ordnung, oder?
Passantin6: Naja, ganz in Ordnung ist es nicht.
Offtext: Ganz in Ordnung ist es also doch nicht mit der Meinung über Europa, nach einer knappen Dreiviertelstunde das Resümee.
Spindelegger: Da war sehr viel dabei, in die Richtung, naja, man weiß eigentlich nicht mehr, wofür die EU insgesamt steht, oder auch, dass wir zu wenig mitbestimmen können. Aber es gab auch natürlich lokale Themen, der Transit ist ein großes Anliegen, die ganzen Rahmenbedingungen rundherum.
Offtext: Beim Transitproblem setzt der Minister auf höhere Maut und was hat er sonst an Lösungen anzubieten?
Spindelegger: Mir geht es nicht darum, Versprechungen zu machen, sondern einmal zuzuhören, was denn wirklich die Anliegen sind. Ich bin nicht auf der Antworttour, sondern auf dem, dass ich einmal aufsammle.
Offtext: Jetzt werden die Anliegen also erst einmal nach Wien mitgenommen. Am Ende der EU-Zuhörtour soll ein Konzept gegen die EU-Skepsis stehen.