Text zum Video 21.01.2009: EU-Zuhörtour in Seitenstetten mit Bundesminister Michael Spindelegger

Moderatorin: Nach wie vor ist die Skepsis der Österreicher gegenüber der Europäischen Union groß, aber nicht mehr so groß, wie noch vor einem halben Jahr – das geht aus dem aktuellen Eurobarometer hervor. Derzeit sieht beinahe jeder Zweite mehr Vorteile in der Mitgliedschaft als Nachteile. In erster Linie eine Folge der Wirtschaftskrise. Um die EU-Skepsis weiter zurückzudrängen, hat nun Außenminister Michael Spindelegger eine EU-Zuhörtour gestartet. Begonnen hat er damit gestern Abend in Seitenstetten, beim Neujahrsempfang der ÖVP Amstetten.

Offtext: Ein Minister auf Tour für die EU. Nicht mit plakativen Sätzen, wie er versichert, sondern mit dem Ziel, zunächst einmal das zu erfahren, was die Menschen an der Europäischen Union stört. Wogegen sie sind und was sie geändert haben möchten. Die Skepsis wegzuleugnen, das sei falsch. Mit den Bürgern offen darüber zu reden, das sei richtig, sagt der Außenminister und genau so versteht er auch seine EU-Zuhörtour. Es sei klar, es müsse noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, damit man etwa die Bürokratie der Union nicht als Moloch empfindet, der weit weg von den Interessen der Menschen und oft sogar gegen sie agiert.

Spindelegger: Das ist keine Show, das ist das ehrliche Bemühen, diesen Dialog zu beginnen, als ein Mitglied der Bundesregierung und ich hoffe, viele andere werden es auch tun.

Offtext: Spindelegger greift dann die aktuelle Gaskrise als Argument dafür auf, wie wichtig eine geschlossene und geeinte EU sei. Seine Forderungen im Zusammenhang mit der Gaskrise:

Spindelegger: Wir brauchen eine europäische Kompetenz, damit es Netze gibt, wo man einander helfen kann, damit es eine Vertretung gibt Europas, auch gegenüber Russland und auch gegenüber der Ukraine, damit es gar nicht so weit kommen kann, dass wir vor geschlossenen Gashähnen stehen und nicht wissen wie es weitergeht.

Offtext: Die Gelegenheit mit dem Außenminister dann über vieles, was die Europäische Union betrifft, zu diskutieren, nehmen viele an diesem Abend wahr. Und dabei wird deutlich, die Menschen haben Sorgen, wegen der Energie- und Umweltpolitik und natürlich auch wegen der wirtschaftlich schwierigen Lage. Und ob die Europäische Union hier gute Lösungen anbieten kann, darüber herrscht Skepsis und darauf dürfte der Minister wohl noch oft auf seiner Zuhörtour durch Österreich treffen.

Video weiterempfehlen